Die Preisträger*innen des Buggles Award 2026 stehen fest.
BUGGLES AWARD 2026
JURY: Julia Kühne, Florian Siegert, Oliver Feigl
HAUPTPREIS
Der Buggles Award 2026 (1.000 Euro gestiftet vom Pop-Büro Region Stuttgart) geht an
Cats and Dogs von YEASTWEISE (Musik) und Lloyd Marquardt (Regie)
- Jurybegründung: Grellbunt, witzig und pure Überforderung: mit einer Ästhetik, die mit dem Kopf durch die Wand geht, technischem Vermögen und hohem Detailgrad schafft Lloyd Marquardt eine Welt, die dem Sound der Band Yeastweise ein zappeliges Gewand aus 3D Texturen, Farben und Alpha-Kanälen überzieht. Gekonnt übersetzt das Video die schrille Musik, das Thema sowie einzelne Textpassagen in flirrende Bilder, welche auf jede musikalische Steigerung reagieren. Neben der selbstbewussten Ästhetik überzeugten auch das Charakterdesign, die Kameraperspektiven und die Komposition. Denn die Bilder erschöpfen sich nicht in einer glatten 3D-Ästhetik, sondern bringen mit einer spielerischen Professionalität expressive Bildwelten hervor. Zwei Katzen und ein Hund gehen auf einen Streifzug und machen die ganze Stadt zu ihrem Spielplatz. In der zunehmenden Fragmentierung der Figuren und der Landschaft werden ganz beiläufig Produktionsprozesse offengelegt und auch die Protagonist:Innen in den letzten Bildern als wabernde Marionetten entlarvt. Alles ist schrill, schnell und im Wandel. Die rhythmischen Bildfolgen unterhalten und beschäftigen. Vielleicht bleiben sie als neonfarbenes Rauschen eines Zeitgefühls?
LOBENDE ERWÄHNUNG
Eine Lobende Erwähnung geht an Kein Lied von Julian Knoth (Musik), Adrian Sagolla und Marius Schwingel (Regie)
- Jurybegründung: Das Musikvideo zu „Kein Lied“ von Julian Knoth überzeugt durch ein außergewöhnlich einfühlsames und zugleich geheimnisvolles Storytelling. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die sich auf eine Reise begibt. Was sie dem Meer überlässt und was sie antreibt, bleibt bewusst unausgesprochen. Die Erzählung öffnet Raum und setzt sich im Kopf der Zuschauenden fort. Aktuelle Aufnahmen und originales Super-8-Material sind so feinfühlig miteinander verwoben, dass Adrian Sagolla und Marius Schwingel es schaffen, in nur 4:03 Minuten ein ganzes Leben mit all seinen kleinen und großen Momenten spürbar zu machen. Aus einer zunächst fremden Figur wird eine Person, der wir für einen kurzen Augenblick nahekommen dürfen. Die Melancholie des Songs findet in den Bildern eine ebenso zurückhaltende wie präzise Entsprechung. Der Schnitt folgt sensibel den Vers- und Melodiewechseln und lässt erahnen, mit welcher Sorgfalt aus möglicherweise vielen Stunden Archivmaterial jene Szenen ausgewählt wurden, die Stimmung und Lyrics des Songs auf besondere Weise verdichten.
YOUNG BUGS Award 2026
Nachwuchsjury: Kseniia Balakirieva, Jannis Dilling, Anna Eberhard, Louis Fuhrmann, Monica Gardener, Moritz Grahl, Jakob Tim Kühner, Fynn Allen May, Alexander Merdian, Ömer Sener, Daria Wagner, Farida Emanuella Womeno-Dassi
Der YOUNG BUGS Award 2026 geht an Traurig schon viel zu lang von Paul Sies (Musik) und Simon Schares (Regie)
- Jurybegründung: In einer Welt, in der von einem erwartet wird, dass man immer gut drauf ist, wirkt »Traurig schon viel zu lang« von Musiker Paul Sies und Filmemacher Simon Shares wie eine große Erleichterung. Das Musikvideo heißt alle willkommen, die mit Einsamkeit und sozialem Rückzug zu kämpfen haben, was derzeit gerade für unsere junge Generation relevant ist. Die starken Bilder, die zwischen gegensätzlichen Polen balancieren, die emphatische Figur, die versucht, die Traurigkeit zu besiegen, und die klare Erzählung, die die Idee des „normalen Lebens“ als „farbenfrohes Leben“ hinterfragt – all das ergibt ein fantastisches Beispiel für eine witzige und dennoch ernste Auseinandersetzung mit Depressionen und allgemeinen psychischen Problemen. Und sein einfacher und umsetzbarer, aber dennoch maximal gut gestalteter Look macht das Musikvideo sehr inspirierend für alle, die sich mit der Kunst des Filmemachens beschäftigen möchten. Kurz gesagt: Wir lieben den Kontrast zwischen der erwarteten Freude eines Spielplatzes und dem traurigen Goth, den wir stattdessen sehen. Traurig zu sein ist ein normales Gefühl, aber wenn man zu lange traurig ist, kann man sich manchmal wie ein Außenseiter fühlen. – Aber vielleicht bedeutet das heutzutage einfach, jung zu sein.
ONLINE-PUBLIKUMSPREIS
Der Online-Publikumspreis (500 Euro gestiftet vom Pop-Büro Region Stuttgart) geht an sommerzeit traurigkeit von werkstatt sounds (Musik) und Laura Sey (Regie).
























































