Stuttgarter Filmwinter - Es bleibt ein Restrisiko

40. Stuttgarter Filmwinter Festival for Expanded Media
13. bis 23. Januar 2027
Festivalzentrum in Fitz! und tri-bühne im Tagblattturm-Areal und Expanded-Media-Ausstellung im Kunstbezirk
Stuttgarter Filmwinter - Es bleibt ein Restrisiko
Das Festivalprogramm präsentiert internationale Positionen aus Film, Medienkunst und digitalen Kulturen. Im Zentrum stehen die Arbeiten des international ausgeschriebenen Open Calls in den Wettbewerbskategorien Kurzfilm, 2 Minutes Shorts und Expanded Media (z.B. Installationen, Net Art, Interaktive Arbeiten und Environments, Augmented, Mixed und/oder VR Arbeiten). Die besten Musikvideos des Landesmusikvideopreises Buggles Award, der in Kooperation mit dem Pop-Büro Region Stuttgart veranstaltet wird, werden erneut in der Kinothek Obertürkheim sehen zu sein mit anschließendem Ausklang in der Villa Jo, dem Kinder- und Jugendhaus Obertürkheim.
Ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt das Wettbewerbsprogramm: Dank zahlreicher Kooperationspartner reicht das Spektrum von Filmscreenings, Lectures und Live-Acts bis zu Workshops – vom Rattern des Projektors bis zur digitalen Immersion. Save the Date: Jubiläumsgala mit viel Glitzer, Glamour und Überraschungen am 15.01.2027.
Am Sonntag, den 22. November 2026, gibt die Preview des Filmwinters bei unserem neuen Kooperationspartner Superjuju in der Marienstraße einen ersten Vorgeschmack auf das Festival: mit ausgewählten Programmperlen und spannenden Einblicken in das diesjährige Programm.
Kommt und feiert mit uns das Risiko – analog, digital, genreübergreifend.
Zum 40-jährigen Jubiläum feiert der Filmwinter unter dem Motto „Es bleibt ein Restrisiko“ jene künstlerischen Praxen, die sich nicht mit dem Bekannten und Bewährten zufriedengeben, sondern den Sprung ins Ungewisse wagen.
In unserer heilen Welt scheint alles geplant, abgesichert und optimiert zu sein. Die Ungewissheit der Zukunft sowie drohender Wohlstandsverlust und zunehmende Bedrohung durch Extremismus und Krieg schürt unsere Sehnsucht nach Sicherheit – und zugleich nach dem Kick des Extremen. Doch wir sollten wieder lernen, alltägliche Risiken einzugehen. Denn das Leben selbst ist riskant.
Wenn die Kulissen ins Wanken geraten, müssen wir bereit sein, die nächste Szene neu zu schreiben. Statt in starre Hierarchien, Aufrüstung oder pure Bequemlichkeit zu investieren, braucht es jetzt Mut: Mut zu Kunst, Kultur und sozialer Innovation.
Kunst ist keine freiwillige Leistung, sondern eine essenzielle Innovationskraft. Sie ist Verschwendung im besten Sinne – ein offenes Labor für das Unerwartete, das bestehende Systeme hinterfragt und Prototypen neuer Gesellschaftsformen hervorbringt.*
Festival in Zeiten von Kürzungen - Neue Geschäftsstelle von Wand 5 e.V. -Filmwinter im Bohnenviertel
Kürzungen treffen offen, kooperativ und vernetzt arbeitende Institutionen wie den Filmwinter besonders stark. Wir tragen nicht nur die Folgen eigener Kürzungen, sondern auch die unserer Kooperationspartner. So wird das gesamte kulturelle Ökosystem geschwächt – mit direkten Auswirkungen auf unsere Arbeit und Kooperationen, wie bei einem Dominospiel.
Mit den aktuellen und absehbaren weiteren Kürzungen ist ein Kipppunkt erreicht. Es geht nicht mehr allein darum, weniger Projekte umzusetzen, sondern darum, gewachsene Strukturen zu erhalten und weiterhin Kooperationen zu ermöglichen, die wesentlich zur Qualität und Weiterentwicklung unserer Arbeit beitragen.
Der Filmwinter versteht sich dabei nicht nur als Teil des kulturellen Ökosystems, sondern als aktiver Mitgestalter: Wir schaffen Verbindungen, teilen Ressourcen und setzen neue Impulse.
Dazu gehört auch unser bewusster Umzug in unsere kleinen, feinen Räume in der Wagnerstraße: Wir wollen im Viertel präsent sein, mit Menschen vor Ort ins Gespräch kommen, zuhören, und Teil eines Quartiers im Wandel werden, nur 100 Meter vom SMIC – Stuttgart Moving Image Center entfernt. So verankern wir den Filmwinter ganzjährig lokal, schaffen neue Verbindungen und stärken bestehende Strukturen.
Pressemitteilung mit Programm erscheint Anfang Dezember.
*Referenzen:
Im Sommer haben wir zur Vorbereitung auf den Filmwinter mit Menschen und Wesen aus unserem erweiterten Filmwinter-Kosmos unter anderem über folgende Themen gesprochen:
Anne Dufourmantelle: „Lob des Risikos: Ein Pläydoyer für das Ungewisse“, Katharina Hölzle (IAO): Fehlt Mut zum Risiko? (SZ 19.05.2026), Siegfried Zielinski: „Archäologie der Medien. Zur Tiefenzeit des technischen Hörens und Sehens“, George Perec: „Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen“, Carlo Ginzburg: „Der Käse und die Würmer“.
Eine Playlist mit unseren Musikquellen veröffentlichen wir auf Spotify.






































































