Kuratiert und präsentiert von Nicole Rebmann

Was ist Fake und was ist echt? Welche Bezüge zur Wirklichkeit werden genutzt, um in einer filmischen Realität eine Geschichte zu erzählen? „Wir brauchen dringend neue Lügen, die uns durch’s Universum leiten“ (Tocotronic). Auf der feinen Linie zwischen Realität und Illusion wird die Wahrnehmung auf den Kopf gestellt, werden dem Betrachter Streiche gespielt und ein eigenes Narrativ erzeugt. Im Spektakel wird Dunkles und Fremdartiges kontrolliert, manipuliert und inszeniert.

FITZ! Zentrum für Figurentheater, Studio, Theater tri-bühne

Kulturareal „Unterm Turm“, Eberhardstraße 61, 70173 Stuttgart

U-Bahn / S-Bahn: Haltestelle Stadtmitte / Bus: Haltestelle Wilhelmsbau

Familiar Memories

Deutschland 2016, 4:00 Min.
Regie: Pol Merchan

Basierend auf einem Flohmarktfund aus Super-8-Familienarchiven der 60er Jahre. Ein Vater, der sich vor der Kamera als selbstgefälliger Tyrann inszeniert, steht scheinbar im Mittelpunkt. Ein Voice-over verleiht den Bildern einen Kontext. Es wird erzählt, was nicht sichtbar ist.

Convenient, Sacred, Blessed (Maud)

Deutschland 2015, 3:30 Min.
Regie: Vika Kirchenbauer

Sehen wir da eine Sportmassage, ein Aufbauritual, die Darstellung körperlicher Misshandlung oder eine Beschreibung von Zärtlichkeit, bei der Gesten wie selbstverständlich für emotionale Tiefe stehen? „Convenient is the heart that you wear on your sleeve in the morning.“ Das Video ist sehr vage, genauso wie die Charaktere darin.

Ocean Hill Drive

Deutschland 2016, 20:49Min.
Regie: Miriam Gossing, Lina Sieckmann

Eine falsch installierte Windkraftanlage lässt einen an den strukturalistischen Experimentalfilm erinnernden Flicker-Effekt in Dokumentaraufnahmen von Landschaft und Architektur einer Küstenstadt in Massachusetts erscheinen.

Lost and Found (Mouse on Mars & Eric D. Clark)

Deutschland 2014, 4:00 Min.
Regie: Klaus Lemke

Manche Musik ist von so besonderer Scheu und Kitzligkeit, dass man sie lassen muss. Oder hinterrücks überfallen.

If It Was

Großbritannien 2015, 8:52 Min.
Regie: Laure Provost

Ein verträumter Off-Screen Kommentar phantasiert über die Möglichkeit, das Museum, die moderne Kathedrale der Kultur, in eine Rummelplatz-Bude zu verwandeln. Die Arbeit weist nicht nur auf ein Entkommen aus dem Museum als Institution hin, sondern konkreter aus dem Münchner Haus der Kunst, das 1937 als Präsentationsort für Nazi-Kunst entstand.

Captive Horizon

Österreich/Deutschland 2015, 14:00 Min.
Regie: Lukas Marxt

„Captive Horizon“ bewegt sich auf der feinen Linie zwischen Realität und Illusion. Lukas Marxts bevorzugte Motive – karge Landschaften, die gleichzeitig andeutungsweise apokalyptisch wirken und raffinierte Wahrnehmungswechsel, die den Zuschauern einen Streich spielen – erzeugen ein ganz besonderes Narrativ voll mysteriöser Einstellungswinkel und Wendungen.

not even nothing can be free of ghosts

Österreich/Deutschland 2016, 11:00 Min.
Regie: Rainer Kohlberger

Mit einer Bildfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde strömen sich ständig verändernde Linien, extreme Hell-Dunkel-Kontraste, sich zum Stroboskopgewitter steigernde Lichtimpulse auf den Sehapparat ein. Sinneseindrücke, die Bewegungsillusionen hervorrufen und uns Objekte wahrnehmen lassen, die nicht vorhanden sind.