Ausstellung Expanded Media
Gezeigt werden künstlerische Werke aus den internationalen Wettbewerben Medien im Raum und Network Culture. Dazu zählen grenzüberschreitende Formate zwischen Performance, Installation, Expanded Cinema und Netzkunst wie zum Beispiel interaktive Web- und Social-Web-Projekte oder Interventionen im öffentlichen und virtuellen Raum.

Öffnungszeiten
Ausstellung Expanded Media im Kunstbezirk
Do 19.1. 19 – 21 Uhr
Fr 20.01.  15 – 21 Uhr
Sa, So 21. / 22.01.  11 – 19 Uhr
Di 24.01. bis Fr 27.01.  15 – 19 Uhr
Sa, So 28. / 29.01. 11 – 19 Uhr

Ausstellung und Begleitprogramm
– Eintritt frei

Führungen
Do 19.1. 19 Uhr
(Vernissage mit Eröffnungsrundgang)
Fr 20.01. 17 Uhr
Sa, So 21. /22.01. 15 Uhr
(Option im Anschluss: Führung Gedok, 16 Uhr)
Mi 25.01. bis Fr 27.01. 18 Uhr
Sa, So 28. / 29.01.  15 Uhr

Familienführungen mit Sara Dahme
Sa 21.01. / 28.01. 14 Uhr

Individuelle Gruppenführungen
Kontakt für Anfragen:
marcus.kohlbach@wand5.de

Treffpunkt Führungen
Infotheke Kunstbezirk

Anfahrt Kunstbezirk
Stadtbahn U24, Bus Linie 43 (Haltestelle Rathaus). Die Buslinie 43 fährt vom Festivalort FITZ! (Haltestelle Wilhelmsbau) direkt zum Kunstbezirk (Haltestelle Rathaus) und zurück.

 

 

Kunstbezirk

Leonhardsplatz 28, 70182 Stuttgart

U-Bahn / Bus: Haltestelle Rathaus

Out of Autofocus

Mikhail Basov
Russland 2016
Videoinstallation

http://mikhailbasov.strikingly.com

Ein Bild vom Meer – an der Grenze zur Abstraktion – vor einem Hintergrund aus Fischernetzen auf Stelzen. Vögel durchbrechen den Frieden in der salzigen Luft mit ihren unvorhersehbaren, schnellen Flugbahnen, die die Kamera nur schwer im Fokus einfangen kann. Doch schließlich gerät eine Möwe in den Fokus. Von diesem Moment an ist sie gefangen in einer magischen Falle und muss ihren Weg hinaus finden.

Whiteout

Daniel Burkhardt
Deutschland 2016
Ortsspezifische Doppelprojektion
auf Transparentpapier

http://danielburkhardt.de

Whiteout ist ein meteorologisches Phänomen, das bei schneebedecktem Boden und gedämpftem Sonnenlicht beobachtet werden kann. (Quelle: Wikipedia)

In der Arbeit „Whiteout“ geht es um projizierte Bilder, die sich wechselseitig überlagern. Von jeweils gegenüberliegenden Seiten wird auf ein mittig zwischen zwei Projektoren hängendes Transparentpapier projiziert. Der Bildinhalt der einen Projektion ist in der anderen gespiegelt und invertiert, wodurch die dunklen Bereiche des einen Bildes die hellen Bereiche der jeweils anderen Projektion überstrahlen.

In dieser Variante der Arbeit ist die Aufnahme des Schattens einer frei im Projektionslicht schwebenden architektonischen Form zu sehen. Hierbei handelt es sich um das miniaturhaft verkleinerte Model des Durchgangs, in dem die Arbeit installiert ist. Die beiden Projektionen verbinden die feinen Bewegungen des abgefilmten Schattens an den Wänden des Ausstellungsraumes mit den Bewegungen des Transparentpapieres, das leicht zwischen den Projektoren hin- und herschwingt.

Die differenzlos und präzise aufeinander zugeschnittenen Formen von Positiv und Negativ verschieben sich fortwährend gegeneinander und lassen das passgenaue Ineinandergreifen zu einem Fluchtpunkt werden, der fortwährend anvisiert wird, aber nie eintritt.

Barents (Mare Incognitum)

HC Gilje
Norwegen 2015
Videoinstallation

http://nervousvision.com/hcgilje/projects/barents.html

Die Videoinstallation zeigt eine langsam rotierende Ansicht der Barentssee: Oben wird zu unten, der Osten zum Westen.
HC Gilje filmte das Videomaterial in der Grenzzone zwischen Norwegen und Russland mit Blickrichtung Nordpol. Er benutzte eine eigens dafür hergestellte Kamera, die sich langsam um die eigene Achse dreht und die Welt um sich herum aufnimmt – was zu einer atypischen Erkundung und Erfahrung des Raums und der Landschaft führt. Die Grenzen werden unsichtbar und das potenzielle Unheil, das dem Ozean innewohnt, wird sichtbar.

Barents (Mare Incognitum) ist die zweite Arbeit des Projekts „Dark Ecology Journey“ (2015), das dank der Childrens' Art School in Nikel, die den Arbeitsraum zur Verfügung stellte, realisiert werden konnte.

horizontal computer-based wave healing

Sebastian Jazura
Deutschland 2016
Elektronisch-kybernetische Skulptur

Die Arbeit mit dem Titel „horizontal computer-based wave healing“ ist eine elektronische-kybernetische Skulptur. Sechs Lüfter erzeugen durch die dauerhafte Variation ihrer Drehzahlen sich ständig verändernde optische Effekte. Zwei Lüfter sind jeweils hintereinander angeordnet und drehen sich in gegenläufiger Richtung. Beim Betrachten der Lüfterpaare nimmt man die eben erwähnten optischen Effekte wahr.

Die Berechnung der unterschiedlichen Drehzahlen geschieht in einem komplexen programmierten System. Auch die Daten und Werte, die von verschiedenen Sensoren innerhalb der Skulptur ermittelt werden, dienen als Variablen innerhalb dieses Berechnungssystems. Von der Drehzahl der Lüfter modulierte Audio-Oszillatoren erzeugen zusätzlich eine dichte, sich stets verändernde Klangebene.

Die Gleichschaltung der auditiven und optischen Frequenzen bietet dem Betrachter zum einen eine größtmögliche Immersion mit der Skulptur und dem Raum und zum anderen die Möglichkeit der Transzendenz.

#sebastianjazura_2016
#successthroughwavehealing
#brainwellness
#computermeditation
#happiness

Once Upon A Time...

Vladimir Mitrev
Frankreich/Schweiz 2016
Videoinstallation

http://vladimirmitrev.com

„Once Upon A Time…“ (Es war einmal...) beruht auf einer der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte. Sie stammt aus dem Film „Once Upon A Time In The West“ von Sergio Leone (1968). Die Szene zeigt das Schlüsselduell zwischen dem mysteriösen Harmonika (Gunman) und dem Mörder Frank. Beide Protagonisten stehen sich gegenüber – jederzeit bereit, ihre Revolver zu zücken. Den Kulminationspunkt der Szene bildet die Nahaufnahme der Augen von Harmonika (Charles Bronson), die für einige Sekunden zwischen den schwarzen Balken der Filmleinwand eingeblendet werden. Dieses filmische Verfahren hat zum Ziel, die Dramatik des Geschehens bis auf das Äußerste zu steigern und die positiven Züge der Heldenfigur des Films, Harmonika, ganz besonders hervorzuheben. Ausgehend von diesem Bild, in dem der Heroismus seinen pathetischen Höhepunkt erreicht und die Notwendigkeit von Gerechtigkeit nach getanem Unrecht fast schon körperlich wahrzunehmen ist, benutze ich meine eigenen Augen und dehne die Szene auf über 10 Minuten hinaus, indem ich direkten Blickkontakt mit dem Betrachter suche. In meiner Aufführung nimmt das Narrativ vom männlichen Heroismus seinen eigenen Gang.

Dream

Yan Zhou
USA 2015
Ein-Kanal-Video

http://yan-z.com/

Dream ist eine audiovisuelle Installation und baut auf dem filmischen Konzept der Täuschung und Konspiration auf. Es ist ein paranoider und voyeuristischer Versuch, die statischen Farbbalken eines Fernseher-Testbildes zu aktivieren und durch die Spalten zu spicken. Die Balken sind wie ein Gewebestreifen horizontal über den Bildschirm drapiert. Spielerisch verdecken oder enthüllen sie, was dahinter möglicherweise vor sich geht. Wenn sie sich öffnen, unterbrechen diese unheimlichen Bewegungen das Arrangement und hinterfragen die Wahrnehmung der Realität des Zuschauers. Dream bezieht seine Inspiration aus dem postapokalyptischen Film „Videodrome“ (1983) der eine Zukunft vorhersieht, in der Menschen von Videorekordern und Fernsehmonitoren kontrolliert werden. Ironischerweise wird diese wilde Fiktion nach und nach zur Realität: Wie Tentakeln verschaffen uns Monitore Zugang zur virtuellen Welt, während wir andererseits durch ihre konstante Omnipräsenz überwacht werden. Wir tippen mechanisch auf die Tastatur und glauben, wir würden die Maschine kontrollieren. Und doch denken wir kaum darüber nach, was hinter dem Bildschirm sein könnte. Auf der anderen Seite des Bildschirms lauert eine künstliche Leere, in der eine fleischliche Existenzform unserer Befriedigung der Kontrolle trotzt.

The End: Death in Seven Colours

David Clark
Kanada 2015

http://theend7.net

„The End: Death in Seven Colours“ ist eine labyrinth-artige Studie über den Tod von Alan Turing, Sigmund Freud, Princess Diana, Jim Morrison, Judy Garland, Walter Benjamin und Marcel Duchamp. Diese Todesfälle werden durch das Prisma eines riesigen enzyklopädischen Medien-Mash-Ups untersucht. Die Arbeit entfaltet sich wie ein auseinandergezogenes Diagramm und zeigt die Beziehung unserer Kultur zum Tod und zum „abgeschlossenen Ende“, einer literarischen Form zur Auflösung einer Erzählung. Wie eine Wähl-dein-eigenes- Abenteuer-Verschwörungstheorie webt „The End“ einen paranoiden Meta-Text um die Themen Zufall, Verschleierung, Geheimhaltung, das Unbekannte und die sich verschiebende Grenze zwischen Tier, Mensch und Computer im posthumanen Zeitalter. Die Arbeit ist ein Netz-Kunstwerk, das mit der Software Korsakow entwickelt wurde.

Megacorp.

KairUs (Linda Kronman und
Andreas Zingerle)
Österreich 2015
Crossmedia Installation

http://megacorp.kairus.org

Die Firma „Megacorp.“ ist ein Unternehmenskonglomerat, inspiriert von den mächtigen Großfirmen aus fiktionalen Erzählungen. Das Kunstwerk basiert auf einer Sammlung von Scheinfirmen, die das Künstlerduo Kairus aus dem Internet archiviert. Diese Firmen existieren rein virtuell und werden von Internetkriminellen verwendet, um ‚Phishing-Attacken‘ vorzunehmen und andere Betrugsgeschichten zu unterstützen. Die „Megacorp.“ existiert daher als Dachorganisation und ihre Tochtergesellschaften sind zu 100% real existierende Scheinunternehmen.

Im Rahmen der Ausstellung wird das „Megacorp.“-Unternehmen mit Hintergrundinformationen und Infografiken präsentiert. Die archivierten Webseiten sind lokal zugänglich und erlauben den Besuchern, diese Sammlung zu erkunden. Das Erkunden dieser Webseiten reflektiert die fiktionalen und real existierenden 'Megacorps.' und hinterfragt die zentralisierten Machtstrukturen dieser multinational agierenden Konzerne.

Samstag 21. Januar 2017, 12–13 Uhr, Kunstbezirk
Megacorp. – Von Scheinfirmen
und Internetbetrügerei
Artist Talk: KairUs (dt.)

Everyday DNA

Julia König
Deutschland 2014–2015
YouTube Kanal: EVERYDAY DNA

http://youtube.com/channel/UCjQFBHW1aeSoL_OiSJXFDvQ

„1 Video, jeden Tag, 365 Tage lang. Ein konstantes Bedürfnis, etwas offen zu legen. Dies ist kein Chat.“

EVERYDAY DNA entstand aufgrund der geografischen Entfernung zweier Menschen. Was als kommunikativer Bypass begann, wurde zu einer ganz speziellen Form des Umgangs mit einer zerbrochenen Beziehung. Im Lauf der Zeit verschieben sich dabei die „klassischen“ Stadien einer Trennung (Leugnen, Verzweiflung, Neuorientierung, Rückfall, Loslassen), sie werden mehr und mehr zum persönlichen Zeugnis einer bestimmten zeitlichen Phase, in denen die Videos produziert wurden. Private Enthüllungen wechseln sich ab mit politischen Ereignissen und obwohl die Zuschauer nicht anwesend sind, sind sie der Motor dieses Monologs.

Zwischen dem 23.10.2014 und dem 23.10.2015 wurden 365 Videos produziert.

10.000 moving cities – same but different (Version 4)

Marc Lee
Schweiz 2016
Interactive Internet- und
Telepräsenz-basierte Installation

http://1go1.net/movingcities

„10.000 moving cities“ thematisiert globalisierte Städte als sich wandelnde „Nicht-Orte“ im Sinne von Marc Augé's Buch und Essay „Nicht-Orte“. Auf einer digitalen Weltkarte wählt man per Kopfbewegung eine Stadt und erhält in Echtzeit Bild-, Text-, Ton- und Videomaterial, das User in sozialen Netzwerken über den Ort gepostet haben. Diese Informationen werden auf Kuben visualisiert, die in unterschiedlicher Höhe im Raum emporragen und eine Art Skyline darstellen. Man kann sich nun frei zwischen den Projektionen bewegen und erlebt so eine virtuelle Reise, auf der man lokale, kulturelle und sprachliche Unterschiede erfährt. Jede neue Anfrage erzeugt immer wieder neue Bild- und Klangcollagen.

Zwei Sensoren tracken die Bewegungen der Besucher und übermitteln die jeweiligen Positionsdaten sowie die Blickrichtung an die HTC-Vive-Brille. Man navigiert durch Umherlaufen und Kopfbewegungen durch die Stadt, während andere Besucher auf einem Beamer verfolgen können, was der Brillen-Träger gerade sieht.

Marc Lee in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Sensor-Aktor-Systeme (ISAS) und dem ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

ART101

Ben Robinson
Großbritannien 2015
YouTube-Kanal

http://youtube.com/user/art101thing
https://twitter.com/ART101thing

ART101 ist ein YouTube Kanal, der seinen Zuschauer beibringt, Kunst zu machen und Künstler zu sein. Das ist die raison d'être von ART101.  Der Kanal richtet sich im Sprachduktus an die Generation, die gemeinhin unter dem Namen „Millenials“ bekannt ist: immer online und informiert, aber in der Aufmerksamkeit verarmt; ein Publikum, das süchtig nach unmittelbarer Belohnung ist.

Jede der vier Episoden hat ein unterschiedliches Thema mit eigener Farbgebung und einem separaten Requisit. Die Erzählung beschreibt, wie die Figur Morgan am Ende ihren Computer zerstören wird und sich aus dieser Tyrannei der Sozialen Medien befreit. ART101 arbeitet mit einem YouTube-Kanal und Twitter-Feed über verschiedene Online-Plattformen. Die Besucher sind eingeladen, mit ART101 auf diesen Kanälen zu interagieren und entsprechend Kommentare zu hinterlassen. Denkt immer daran: ART101 gibt’s wirklich, es ist ein YouTube-Kanal.

ART101 Schauspiel: Morgan Cahn; Schnitt und FX: Andrew Maclean, Schnitt und FX Episode 4: Dave Hackney. Autor und Regie: Ben Robinson, gefördert durch den Dundee Visual Artists Award. Morgan, Andrew und Ben arbeiteten bereits für das Dundee Art Zine Yuck ‘n‘ Yum zusammen, ART101 ist ihr erstes gemeinsames YouTube-Projekt.

Do You Like Cyber?

Emilio Vavarella
USA 2016
Ortsspezifische Klanginstallation

http://emiliovavarella.com

Auf Basis der Idee, mit einer täuschenden Nachricht zu spielen, dringt aus den parametrischen Lautsprechern der Installation „Do You Like Cyber“ eine Reihe von kurzen Audio-Messages, die von Bots auf der Dating-Webseite „Ashley Madison“ benutzt – und von mir nach einem Hacker-Angriff auf die Seite – erfasst wurden. Die Aufgabe der Bots war es, Nutzer in einen Online-Chat zu verwickeln, um sie dann zu einem Service-Abo zu bewegen. Obwohl die Bots so programmiert waren, dass sie nur männliche Nutzer kontaktieren sollten, funktionierte das nicht immer. Diese Arbeit konzentriert sich auf eine Reihe ‚ungehorsamer‘ Bots, die auf post-anthropozentrische Weise anarchisches und unvorhersehbares Verhalten aufweisen, indem sie zum Beispiel ohne ersichtlichen Grund miteinander chatten oder weibliche User kontaktieren, obwohl das in der Programmierung nicht vorgesehen war.

Das Zentrum von „Do You Like Cyber“ bildet die Autonomie und Interaktion von künstlichen Einheiten, wobei deren Präsenz
den Menschen nur teilweise bewusst sind. Das Publikum wird in die fragmentarische Symphonie der abgebrochenen Konversa-
tionen, die im Ausstellungsraum von einer Seite zur anderen springen und die Netzwerk-Aktivitäten zu einer sensorischen Erfahrung machen, gleichzeitig miteinbezogen und aus ihr herausgehalten.