32. Stuttgarter Filmwinter — Festival for Expanded Media

Film, Digitale Kultur und Darstellende Kunst
Gespräch/Präsentation
Media Space
Foyer FITZ!/tri-bühne

Eberhardstraße 61
Kulturareal „Unterm Turm“
70173 Stuttgart

U-/ S-Bahn / Bus: Stadtmitte / Rotebühlplatz / Wilhelmsbau

Foyer FITZ!/tri-bühne

Eberhardstraße 61
Kulturareal „Unterm Turm“
70173 Stuttgart

U-/ S-Bahn / Bus: Stadtmitte / Rotebühlplatz / Wilhelmsbau

Werkstattgespräch und Präsentationen mit anschließendem Get-together

Seit der Schließung des Filmhauses in Stuttgart 2008 – in dem der Stuttgarter Filmwinter 16 Jahre beheimatet war – macht sich die einschlägige Szene um den Verein Kommunales Kino e.V. stark für ein Haus für Film und Medien in Stuttgart als Präsentationsort, Galerie, Labor für neue Film- und Medienformen und als ein lebendiger Treffpunkt der Kulturen.
Wir begleiten als Festival den Diskurs um ein neues Haus für Film und Medien mit unserem neuen Format „Kino wie noch nie“. Angelehnt an den Titel der Ausstellung von Harun Farocki und Antje Ehmann im Jahr 2007 an der Akademie der Künste verstehen wir dieses Format nicht als eine Präsentation fertiger Modelle, sondern als ein Forum, um Praktiken und Ansätze der Film-, Medien- und Netzkunst und ihrer Formate, Orte und Arbeitsweisen weiterzudenken.

(aus der Serie des Formates „Kino wie noch nie“)

Referent
Julian Kamphausen (Performing Arts Programm Berlin, PAP), Kurator/Curator „Performersion“

Die „Performersion“ bringt KünstlerInnen, ImpulsgeberInnen, EntwicklerInnen und ForscherInnen aus Tanz, Theater, Performance, der digitalen Forschung und der Technologieentwicklung an einem Ort zusammen. Ziele der „Performersion“ sind Austausch, Vernetzung und Wissenstransfer zwischen KennerInnen neuer digitaler Erzählräume und Menschen, die neue Inhalte kreieren und Geschichten erzählen. Die 2016 erstmals stattgefundene Kooperation zwischen der re:publica und dem Performing Arts Programm des LAFT Berlin bietet Akteur*innen der freien darstellenden Künste und der Digitalkultur / Technologie die Möglichkeit, sich zu vernetzen und gegenseitig vorzustellen. Gemeinsam können neue Schritte in der Entwicklung immersiver Formen der Kommunikation, der Unterhaltung, der Künste, des Verhandelns von Themen und Geschichten gedacht und gegangen werden. „Performersion“ Kurator Julian Kamphausen berichtet über die erfolgreiche Entwicklung dieses Formates und beantwortet anhand konkreter Beispiele aus den darstellenden (aber auch digitalen) Künsten, welche Formen des Wissenstransfers und der Kunstpräsentation für diese genreübergreifenden Entwicklungen relevant sind.

Biographie Julian Kamphausen
Julian Kamphausen (*1975) arbeitet seit 1994 in den darstellenden Künsten. Neben eigenen Kunstprojekten, wie z.B. www.balafo.de für die Kulturstiftung des Bundes, arbeitet er auch häufig als Showregisseur, zum Beispiel die „Künstler gegen Aids Gala“ im Theater des Westens seit 2010 oder die Feier zum 50. Gründungstag von Amnesty International im Haus der Kulturen der Welt. Er konzipiert und kuratiert Kongresse, unter anderem seit 2013 den jährlichen Branchentreff der freien darstellenden Künste für das Performing Arts Programm www.pap-berlin.de/bt oder seit 2016 die „Performersion“, eine Kooperation des Performing Arts Programm mit der re:publica zur Vernetzung immersiver und darstellendender Künste www.performersion.berlin.de.

Referent
Alexander Kerlin (Dramaturg und Autor / Dramatic Advisor and Author), Schauspiel Dortmund
Echtzeit und Fragment
Wie digitale Technologien das Erzählen verändern

Die digitale Übertragung und -verarbeitung, selbst von großen Datenmengen, ist so schnell und zuverlässig geworden, dass die Zahl der Anwendungen, die ohne spürbaren Zeitverlust auf der Bühne genutzt werden, sprunghaft angestiegen ist. Videobilder und Tonsamples können in Echtzeit aufgenommen, bearbeitet und ausgespielt werden; stabile Funkübertragungen sorgen für eine neue Freiheit der Kameraleute; Bewegungsdaten von Körpern können live getrackt und in virtuelle Räume übertragen werden, inklusive Lippensynchronität; Bilder, Töne und andere Daten können aus großer Entfernung live in das Bühnengeschehen importiert werden, und selbst die Verschaltung von mehreren Bühnen und das Zusammenspiel zweier Ensembles über hunderte Kilometer Entfernung ist erprobt.

Entlang von mehreren Theaterprojekten am Schauspiel Dortmund zwischen 2013 und 2018 und der geplanten "Akademie für Theater und Digitalität" zeigt Alexander Kerlin, wie digitale Technologien in die Bühnennarrative und Bilder hineinragen, sie fragmentarisieren und neu zueinander in Beziehung setzen - und somit die Produktion von Bedeutung auf Bühnen nachhaltig umkrempeln. Die Frage an die Bühne lautet nicht mehr: Wie ist das Verhältnis der Darstellung zur sogenannten Wirklichkeit? Sondern: Wie kommen Bedeutung und Orientierung in der Digitalen Moderne überhaupt zustande?

Biographie Alexander Kerlin

Alexander Kerlin ist ab Sommer 2019 Dramaturg am Burgtheater in Wien. Von 2010 bis 2019 war er Dramaturg und Autor am Schauspiel Dortmund. Er schreibt Kolumnen, Essays und Mash-Up Theaterstücke, so z.B. „Das Goldene Zeitalter“, „Die Borderline Prozession“, „Die Parallelwelt“ (gemeinsam mit Kay Voges) und „Das Internat“ (mit Ersan Mondtag).

2018 war er Künstlerischer Leiter der Konferenz „Enjoy Complexity – 1. Dortmunder Konferenz für Digitalität und Theater“, zudem ist er Gründungsmitglied und Organisator der „Akademie für Theater und Digitalität“ in Dortmund.

Alexander Kerlin kuratiert und moderiert die Gesprächsreihe „Blackbox“ zu Themen der Migrationsgesellschaft. Lehraufträge in den Studiengängen Dramaturgie und Theaterwissenschaft in Leipzig, Bochum und Frankfurt.

2014 zeichnete ihn das Land Nordrhein-Westfalen für seine Arbeit mit dem Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler in der Sparte Theater aus. „Die Borderline Prozession“ war zum 54. Berliner Theatertreffen 2017 eingeladen, „Das Internat“ war nominiert für den Wiener Theaterpreis Nestroy 2018.

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Performersion_Credits: republica Jan Michalko
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Julian Kamphausen_Credits: Dorothea Tuch
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Zeitalter Hupfeld
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Alexander Kerlin